Der letzte Biss fehlt – Ilmenauer SV verliert zum Abschluss gegen SV Breitenworbis

Zum neunten und letzten Spieltag der Thüringenliga empfingen die Ilmenauer Schachfreunde die Gäste aus Breitenworbis. Während die Ilmenauer bereits in der vorhergehenden Runde den Klassenerhalt perfekt gemacht hatten, benötigten die Gäste jeden Zähler.

Die Chancen dafür standen nicht schlecht, da die Ilmenauer ohne ihren Spitzenspieler Sebastian Zehnter auskommen mussten, der in dieser Saison mit 6 Punkten aus 8 Spielen der Topscorer war. Das Fehlen von Patrick Rempel und Markus Hartung verschärfte die Personalsorgen zusätzlich. Mit Frank „der Wikinger“ Winger, Kim Chi Pham-Wenzel und Wolfgang Brandt sollten die Lücken geschlossen werden.

Zu Beginn zeigten sich beide Mannschaften noch in friedlicher Stimmung. Wolfgang Brandt hatte am 8. Brett zwar mit Lucian Leibeling einen nominell um 300 DWZ-Punkte stärkeren Gegner gegenübersitzen, ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und erreichte eine gute Stellung. Schnell wurde sich sodann auf Remis geeinigt. Am 4. Brett musste sich Stefan Schenk lange hart gegen Heinz-Wilfried Bötticher verteidigen. Als sich der Rauch etwas verzogen hatte, konnten beide mit der Punkteteilung zufrieden sein. Kristoffer Falk ließ sich am 2. Brett durch die unkonventionelle Eröffnungsbehandlung von Nikolai Petiko etwas aus dem Konzept bringen. Schließlich erreichten sie ein Leichtfigurenendspiel, in dem keiner ein weiteres Risiko eingehen wollte – Remis. Auch am 3. Brett vermochte es Aleksey Sukaylo an diesem Tage nicht seinem Gegner Rainer Gast kritische Fragen zu stellen. Stattdessen fand er sich alsbald in einer etwas gedrückten Stellung wieder. Als die beiden Kontrahenten keine Möglichkeiten mehr sahen, ihre Positionen zu verbessern, war die vierte Punkteteilung perfekt. So friedlich der Wettkampf begann, so spannend sollte es dann doch noch werden. Keine Gnade kannte Marcel Vergin am 7. Brett gegen Kim Chi Pham-Wenzel. Sie wehrte sich lange und mit allen Mitteln, am Ende fand sie jedoch nicht die richtigen Züge, um sich erfolgreich zu verteidigen. Somit ging Breitenworbis in Führung. Dramatisch wurde es am 5. Brett. Hier saßen sich Steffen Ortlepp und Jakob Petiko gegenüber. Obwohl beide sich zwischenzeitlich jeweils ein Remis angeboten hatten, wurden sie sich doch nie einig. Stattdessen gelang es Steffen Ortlepp einen Bauern zu gewinnen und sich so einen kleinen Vorteil zu erarbeiten. In der Hoffnung ein Remis zu erreichen, wickelte Jakob Petiko in ein Turmendspiel ab. Er wusste wohl nicht, dass Steffen Ortlepp ein ausgewiesener Experte in dieser Art von Endspielen ist und daher den vollen Punkt für Ilmenauer sichern konnte – unsere Partie des Tages. Unerschrocken stellte sich auch der Wikinger dem Kampf gegen Bernhard Hellrung. Selbst wenn es aussichtslos erschien, wehrte der Wikinger sich mit allen Mitteln und bereitete dem Gegner ein paar Sorgen. Belohnt wurde es leider nicht und so ging Breitenworbis erneut mit 4:3 in Führung. Die Hoffnungen lagen nun bei Matthias Liedmann am 1. Brett gegen den Internationalen Meister und nimmermüden Leonid Sobolevsky. Aber von Namen ließ sich Matthias noch nie beeindrucken und spielte unbekümmert sein Schach. In einer komplizierten Stellung gelang es ihm sogar einen Vorteil herauszuarbeiten, wobei dessen Verwertung nicht ganz einfach erschien. Schließlich einigten sie sich auf ein Remis, was für die Gäste eher glücklich war. Damit stand die knappe 3,5 : 4,5 Niederlage fest und Breitenworbis konnte den Klassenerhalt feiern. Dennoch blicken die Ilmenauer zufrieden auf die Saison zurück, die einige unvergessliche Highlights zu bieten hatte.

Stellung nach dem 21. Zug von Weiß. Wie gelangt Schwarz in Vorteil?

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