Ein knapper Sieg zu Saisonbeginn

Für die erste Mannschaft des Ilmenauer Schachvereins begann die diesjährige Saison in der Thüringenliga aufgrund einer Spielverlegung zwei Wochen später. Daher trafen die Ilmenauer erst am vergangenen Wochenende auswärts auf die erste Mannschaft des SC Suhl. Die Wichtigkeit dieses Punktspiels war allen beteiligten Akteuren anzumerken, da dessen Ausgang richtungsweisend für beide Mannschaften im Abstiegskampf sein würde. Während Suhl seine Bestbesetzung aufbieten konnte, war der Ilmenauer Stammspieler Aleksey Sukaylo kurzfristig verhindert. Für ihn rückte Joachim Lehmann aus der zweiten Mannschaft ans achte Brett auf. Bei einem Blick auf die Aufstellungen deuteten die DWZ-Schnitte beider Mannschaften – Suhl mit 1928, Ilmenau mit 1919 – darauf hin, dass dieses Duell auf Augenhöhe keinen eindeutigen Verlauf nehmen würde. Zu Beginn agierten beide Mannschaften eher zurückhaltend, dementsprechend wurden nach zweieinhalb Stunden Spielzeit zwischen Joachim Lehmann und Bernd Müller an Brett 8 und zwischen Steffen Ortlepp und Andre Eichelmann ein Remis vereinbart, da beide Ilmenauer Spieler mit Schwarz jeweils die gegnerische Initiative neutralisieren und eine bequeme Stellung erreichen konnten. Wenig später konnte Jugendtalent Arwid Rauch gegen Christian Fuhrmann mit Weiß in der Rossolimo-Variante der Spanischen Partie im Mittelspiel zwei Bauern erobern und diesen Vorteil sehr routiniert zu einem vollen Punkt verwerten. Diese Führung wurde durch Neuzugang Matthias Liedmann an Brett 2 ausgebaut, der mit den schwarzen Steinen gegen Axel Berghof bereits in der Eröffnung einen materiellen Vorteil erzielen konnte und diesen bis zum Ende der Partie nicht mehr aus der Hand gab. Die Erwartungen der Ilmenauer Schachfreunde erlitten zu Beginn der Zeitnotphase einen kleinen Dämpfer, als Stefan Schenk mit Weiß gegen Stefan Koch seine vorteilhafte Stellung nicht nutzen konnte und der Angriff gegen den schwarzen Monarchen zunehmend ins Stocken geriet. Als sich mehr und mehr Figuren tauschten, verblieb am Ende ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, in dem keine Seite Gewinnversuche unternehmen konnte – Remis. Die Vorentscheidung fiel schließlich an Brett 1, an dem Sebastian Zehnter mit Weiß gegen Michael Recknagel ebenfalls in der Sizilianischen Verteidigung die Rossolimo-Variante wählte. In einem ausgeglichenen, aber komplizierten Mittelspiel gestaltete sich für die Kiebitze rund ums Brett die Stellungsbewertung zunehmend schwieriger, da die Zeitnotphase für schwer zu berechnende taktische Verwicklungen sorgte. Nach der Zeitnotphase konnte jedoch Sebastian Zehnter durch eine unerwartete taktische Ressource die schwarze Königsstellung ausnutzen und den Gewinn forcieren (s. Beispielpartie). Damit hatten sich die Ilmenauer Schachfreunde 4.5 Brettpunkte und den wichtigen Mannschaftssieg gesichert, so dass die beiden eher unglücklichen Niederlagen von Kristoffer Falk gegen Wolfgang Feld-Gerdes an Brett 2 und Patrick Rempel gegen Jörg Silberschlag an Brett 4 am Ende des Tages nicht ins Gewicht fielen.

Stellung nach dem 41. Zug von Schwarz.
Durch welche Fortsetzung kann Weiß gewinnen?

 

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