Geraer Jugendtalente vergrößern Ilmenauer Abstiegssorgen

Am Sonntag, dem 14.01.2018 war die erste Mannschaft des Ilmenauer SV in der fünften Runde der Saison in der Thüringenliga beim ESV Gera zu Gast. Während die Geraer auf ihre Bestbesetzung zurückgreifen konnten, musste bei den Ilmenauer Schachfreunden der Ausfall von Aleksey Sukaylo an Brett 5 durch Torsten Michael kompensiert werden, der aus der zweiten Mannschaft an Brett 8 aufrückte. Zu Beginn entwickelte sich ein spannender und ausgeglichener Kampf, in dem sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegneten. So konnte Albrecht Töpfer an Brett 3 mit Weiß gegen Matthias Gläßl in der Englischen Partie bereits nach 2,5h Spielzeit einen ersten halben Zähler für die Ilmenauer erreichen, da das früh aus dem Spielverlauf heraus entstandene Turmendspiel kein Gewinnpotential für beide Spieler mehr bot. An Brett 8 zeigte Torsten Michael ebenfalls eine starke Leistung, als er sich mit den schwarzen Steinen gegen Dr. Rolf Küffner nach einer missglückten Eröffnungsphase in der Italienischen Partie zurück in das Spiel kämpfte und im Mittelspiel mit einem Mehrbauern durchaus Chancen auf einen Sieg hatte. Doch Dr. Rolf Küffner verteidigte seine Stellung zäh, so dass das Duell im resultierenden Turmendspiel ebenfalls keinen Sieger fand. An Brett 4 bekam es Patrick Rempel mit Schwarz gegen Dieter Hilbig mit dem Grand-Prix-Angriff gegen die Sizilianische Verteidigung zu tun. Leider leistete sich Patrick Rempel in der Eröffnungsphase eine Ungenauigkeit im Spielaufbau, die in der Folge eine Qualität und wenig später die Partie kostete. Der Rückstand der Ilmenauer Schachfreunde wurde durch Stefan Schenk mit einem starken Auftritt an Brett 5 egalisiert, der mit Weiß die Alapin-Variante gegen die Sizilianische Verteidigung von Aaron Liebold wählte. Er konnte in der Eröffnung einen Bauern erobern, anschließend die Initiative des Gegners neutralisieren und routiniert durch den geschickten Abtausch von Material in ein gewonnenes Springerendspiel überleiten, in welchem ihm der volle Punkt nicht mehr zu nehmen war. An Brett 2 wählte Kristoffer Falk mit Schwarz gegen Steffen Puschendorf die Holländische Verteidigung. Nach einer Ungenauigkeit zu Beginn der Partie besaß er stets eine leicht schlechtere Stellung, die er jedoch sehr hartnäckig verteidigte und verdient nach dreieinhalb Stunden Spielzeit einen weiteren halben Punkt erzielen konnte. Bei einem Zwischenstand von 2,5:2,5 ruhten die Hoffnungen der Ilmenauer Schachfreunde auf Steffen Ortlepp und Dr. Klaus Leuner, die an den Bretten 6 und 7 gegen die beiden Geraer Jugendtalente Nikita Schubert und Magnus Müller spielten. Diese Hoffnungen wurden jedoch in der Zeitnotphase jäh zerstreut. So fand sich Dr. Klaus Leuner statt in der erhofften vorteilhaften Position zum Leidwesen seiner Mannschaftskollegen nach der Zeitkontrolle in einem Turmendspiel mit Minusbauern wieder, welches aufgrund der passiven Verteidigungsstellung seines Turmes nicht zu verteidigen war. Auch Steffen Ortlepp agierte in aussichtsreicher Stellung nach der Eröffnungsphase der Grünfeldindischen Verteidigung zu zaghaft, um Nikita Schubert in ernsthafte Bedrängnis zu bringen. Dieser spielte im Gegenzug routiniert auf und wickelte in ein für ihn vorteilhaftes Turmendspiel ab, in dem Steffen Ortlepp neben zwei Bauernschwächen die schlechtere Leichtfigur besaß. Diese Umstände reichten bereits aus, um den Ilmenauer Schachfreunden die dritte Niederlage an den Brettern beizubringen und Ihnen zwei wichtige Mannschaftspunkte gegen den Abstieg zu entreißen. So trug der durch Sebastian Zehnter an Brett 1 durch eine routinierte Endspieltechnik herausgespielte Sieg gegen Tim Hoffmann nach fast sechs Stunden Spielzeit nur noch zur Ergebniskosmetik bei (siehe Partie).  Durch die knappe und unglückliche 3,5-4,5 Niederlage gegen den ESV Gera vergrößern sich die Abstiegssorgen der Ilmenauer Schachfreunde beträchtlich. Daher müssen die Ilmenauer in der nächsten Runde am 11.02.2018 im Heimspiel gegen SSV Vimaria 91 Weimar unbedingt einen Punktgewinn erzielen, um die Punktspiele gegen die beiden Abstiegskonkurrenten SV Ammern und SV Breitenworbis in den letzten beiden Runden gelassener angehen zu können.

Stellung nach dem 28. Zug von Schwarz.
Durch welche Abwicklung erlangt Weiß einen Vorteil?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.