Ilmenauer Schachfreunde verfehlen knapp den Sieg gegen SSV Vimaria 91 Weimar

Am vergangenen Sonntag empfingen die Ilmenauer Schachfreunde in der sechsten Runde der Thüringenliga die Gäste aus Weimar. Während diese dank einer Position im sicheren Mittelfeld der Tabelle locker aufspielen können, ist die Situation der Ilmenauer mit dem drittletzten Tabellenplatz und bisher lediglich zwei erzielten Mannschaftspunkten durchaus als angespannt zu bezeichnen.  Aus diesem Grund sollten bei diesem Heimspiel durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erneut zwei dringend benötigte Mannschaftspunkte unter Dach und Fach gebracht werden. Die Vorzeichen für dieses Vorhaben standen nach der Abgabe der Aufstellungen sehr gut, da die Gäste auf ihre beiden Stammspieler Jörg Mysliwiec und Michael Scheitz an den Brettern 2 und 6 verzichten mussten. Dem gegenüber musste auf Seiten der Ilmenauer lediglich der kurzfristige Ausfall von Patrick Rempel durch Wolfgang Brandt an Brett 8 kompensiert werden.  Bei einem sachlichen Blick auf das Zahlenwerk gingen die Gäste mit einer durchschnittlichen Spielstärke von 1925 DWZ gegenüber den aufgebotenen 1906 DWZ der Ilmenauer Schachfreunde als nomineller Favorit in das Duell. Doch letztere ließen sich von Zahlen und Statistiken nicht beeindrucken und suchten gleich von Beginn an die Entscheidungen an den einzelnen Brettern, wodurch das Punktspiel einen hochklassigen und spannenden Verlauf annahm. So konnte Wolfgang Brandt an Brett 8 mit Weiß gegen Tobias Warneke bereits nach einer Stunde Spielzeit zeigen, dass sich das regelmäßige Eröffnungstraining am Vereinsabend auszahlt. In einem Abspiel der Katalanischen Eröffnung konnte er bereits nach elf Zügen aus einer leicht vorteilhaften Position seinem stärkeren Kontrahenten den Vorschlag zur Punkteteilung unterbreiten, den dieser prompt akzeptierte. Auch Steffen Ortlepp hatte an Brett 5 mit Schwarz gegen Christian Gulich in einem Abspiel des Schottischen Gambits keine Mühe sich an die Theorie der Hauptvariante zu erinnern, wodurch er die Initiative von Weiß neutralisieren und wenig später einen weiteren halben Zähler für die Ilmenauer Schachfreunde erzielen konnte. An Brett 6 konnte Stefan Schenk mit Weiß erneut seine starke Form unter Beweis stellen, als er gegen Thomas Weiß durch eine Taktik eine Qualität und wenig später nach zweieinhalb Stunden Spielzeit den ersten vollen Punkt zum Zwischenstand von 2:1 verbuchen konnte. An Brett 7 wählte Torsten Michael gegen Günter Gebuhr in der Spanischen Partie die Bird-Verteidigung. Nachdem er die weiße Initiative in der Eröffnungsphase im Mittelspiel geschickt neutralisiert hatte, strapazierte er das Nervenkostüm seiner Mannschaftskollegen, da er bei knapper Restbedenkzeit die Koordination seiner Figuren nicht herstellen konnte und sich darauf in einem objektiv klar verloren Turmendspiel wiederfand. Jedoch ließ Günter Gebuhr bei der Verwertung seines Vorteils an mehreren Stellen den einfachen Gewinn aus, wodurch die Partie zur Überraschung der Kiebitze in eine Punkteteilung mündete.  An Brett 4 wählte Aleksey Sukaylo gegen Michael Philipp mit Weiß den Maroczy-Aufbau gegen die Drachenvariante der Sizilianischen Partie. Durch eine solide Spielweise konnte er die Partie in der Zeitnotphase in ruhigeres Fahrwasser überführen und nach dreieinhalb Stunden Spielzeit einen weiteren halben Zähler für die Ilmenauer Schachfreunde erzielen. An Brett 1 konnte Sebastian Zehnter mit Schwarz gegen Mathias Philipp seine positive Formkurve eindrucksvoll unter Beweis stellen, als er durch zwei Kombinationen im Verlauf der Partie den vollen Punkt zum 4:2 Zwischenstand erzielen konnte (siehe Partie). Die Hoffnungen der Ilmenauer auf den zweiten Sieg in der laufenden Saison ruhten nunmehr auf den Schultern von Kristoffer Falk und Albrecht Töpfer an den Brettern 2 und 3, die beide eine aussichtsreiche Stellung besaßen. Doch diese Hoffnungen sollten jäh enttäuscht werden. Wie im Punktspiel zuvor gegen den ESV Gera war den Ilmenauer Schachfreunden Caissa nicht hold. So übersah Kristoffer Falk in der Zeitnotphase eine taktische Ressource seines Gegners, wodurch er sofort die Waffen strecken musste. Darüber hinaus konnte Albrecht Töpfer eine ausgeglichene Position im Endspiel nicht halten, wodurch somit zum Ende des Spieltages ein 4:4 zu Buche stand, das sich gemessen am Spielverlauf wie eine Niederlage anfühlt.  Daher entscheiden nun die beiden Punktspiele gegen die beiden Abstiegskonkurrenten SV Ammern und SV Breitenworbis in den letzten beiden Runden über den Verbleib der Ilmenauer in der Thüringenliga.

Stellung nach dem 28. Zug von Weiß.
Durch welche Fortsetzung kann Schwarz die Partie zu seinen Gunsten entscheiden?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.