Ilmenauer SV gelingt gegen SV Schott Jena eine kleine Sensation

Unter keinen guten Vorzeichenstand das Punktspiel zwischen den Ilmenauer Schachfreunden und der ersten Mannschaft des SV Schott Jena am vergangenen Wochenende. Da die beiden Stammspieler Patrick Rempel und durch Steffen Ortlepp krankheitsbedingt kurzfristig verhindert waren, blieb den Ilmenauern nichts anderes übrig als mit lediglich sechs Spielern nach Jena aufzubrechen.

Mit einem Vorsprung von zwei ganzen Punkten schien nach drei Stunden Spielzeit für die Gastgeber bereits der Deckel auf dem Topf zu sein, als Joachim Lehmann mit Schwarz gegen Gunter Jordan an Brett 8 in einer ausgeglichenen Position nicht über ein Remis hinaus kam. Da sich zu diesem Zeitpunkt an den anderen Brettern keine Vorteile für die Ilmenauer Schachfreunde abzeichneten, fasste sich Matthias Liedmann an Brett 2 mit Schwarz ein Herz und lehnte das Remisangebot von Daniel August in ausgeglichener Stellung ab und ging große Risiken ein, die leider wenig späternicht belohnt wurden. Durch diese Niederlage konnten die Hausherren ihre Führung auf 3,5:0,5 ausbauen.  Aber wie schon der ehemalige Weltmeister Emanuel Lasker sagte: „Am schwierigsten zu gewinnen ist eine bereits gewonnene Partie.“ Denn die Ilmenauer spielten trotzdes deutlichen Rückstands einfach ruhig und bedacht weiter, da am Ende des Tages schließlich noch vier volle Punkte zu vergeben waren. Einen dieser Punkte konnte wenig später Kristoffer Falk an Brett 3 mit Weiß gegen Peter Babrikowski erzielen, da er durch einen effektvollen Zwischenzug entscheidend Material gewinnen konnte. Auch Aleksey Sukaylo zeigte an Brett 4 in seiner Partie gegen Florian Jung eine souveräne Leistung, als er zunächst einen Bauern erobern, anschließend die gegnerische Initiative neutralisieren und den Materialgewinn im resultierenden Schwerfigurenendspiel sicher verwerten konnte. In der Zeitnotphase war an diesem Tage auch Caissa mit den Ilmenauern, da es Stefan Schenk an Brett 5 gegen Richard Brömel gelang seine gute Stellung bei knapper Bedenkzeit nicht zu verschlechtern und auch Sebastian Zehnter sich an Brett 1 gegen Maximilian Kölsch aus einer deutlich schlechteren Position wieder herankämpfen konnte. Die Nervenkostüme der Kiebitze wurden nach derZeitnotphase abermals strapaziert, als nach über fünf Stunden Spielzeit Maximilian Kölsch eine Unachtsamkeit unterlief, die zu einem Bauernverlustführte. Dieser allein brachte die Stellung nicht aus, sondern lediglich wieder in das Gleichgewicht, nachdem das Pendel zunächst stark in Richtung der Hausherren ausschlug. Doch psychologisch ist es bekanntermaßen sehr schwer nach einem begangenen Fehler wieder unmittelbar zu alter Stärke zurückzufinden. So konnte Sebastian Zehnter schließlich durch eine solide kämpferische Leistung noch glücklich das Blatt wenden und eine vermeintliche Niederlage in einen Sieg ummünzen. Den völlig überraschenden Sieg für die Ilmenauer Schachfreunde brachte Stefan Schenk nach der Zeitkontrolle durch eine routinierte Endspieltechnik unter Dach und Fach (s. Beispielpartie). Durch den Sieg gegen SV Schott Jena sammelt der Ilmenauer SV nach der vorangegangenen Niederlagegegen den aktuellen Tabellenführer TSG Apolda erneut zwei wichtige Mannschaftspunkte gegen den Abstieg. Am 16. Dezember trifft die erste Mannschaft der Ilmenauer auf die zweite Mannschaft des Erfurter SK.

Stellung nach dem 14. Zug von Schwarz.
Durch welche Fortsetzung erlangt Weiß einen deutlichen Vorteil?

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