Ilmenauer SV gelingt Sensationssieg gegen Aufstiegsaspiranten SV 1861 Liebschwitz

In der siebten Runde der Thüringenliga empfingen die Ilmenauer die erste Mannschaft des Liebschwitzer Schachvereins. Leider stand diese Begegnung unter keinen guten Vorzeichen, da die Ilmenauer kurzfristig auf die beiden Stammspieler Matthias Liedmann und Aleksey Sukaylo an den Brettern 2 und 5 verzichten mussten.

Da auch die zweite Mannschaft personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte, war man gezwungen, das Punktspiel lediglich zu siebt zu bestreiten. Darüber hinaus verhieß auch die starke Aufstellung der Gäste nichts Gutes, da die Gäste aus Liebschwitz an den acht Brettern im Schnitt circa 250 DWZ-Punkte mehr aufbringen konnten. Demzufolge war es wenig verwunderlich, dass die Ilmenauer Spieler gleich zu Beginn des Punktspiels stark unter Druck gerieten. Zwar konnte Markus Hartung sehr frühzeitig mit den schwarzen Steinen gegen Tobias Kitzig ein Remis an Brett 7 erzielen, jedoch unterlief dem Ilmenauer Jugendspieler Haakon Frank an Brett 6 in der Variantenberechnung ein Fehler, der von Luca Franke effizient ausgenutzt wurde. Als wenig später Steffen Ortlepp an Brett 5 gegen Daniel Ahmed fehlgriff, rechneten seine Vereinskollegen bereits mit einer weiteren sicheren Niederlage, da er sich neben einem Bauernverlust mit einer nahezu hoffnungslosen Stellung abfinden musste. Bei einem Zwischenstand von 0,5-2,5 mit der Option auf einen weiteren vollen Punkt für die Gäste aus Liebschwitz stellte sich für Mannschaftsleiter Kristoffer Falk die knifflige Frage, an welchen der ersten vier Bretter denn vielleicht Punkte für die Ilmenauer herausspringen würden. Doch nach drei Stunden Spielzeit deuteten alle Zeichen auf eine hohe Heimniederlage hin: Er selbst sah sich an Brett 2 mit unangenehmen Druckspiel von Frank Hermannsdörfer konfrontiert. Stefan Schenk fand an Brett 4 in der Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung für seine Figuren nicht die besten Felder und wurde darüber hinaus mit einen Königsangriff von Peter Kastner konfrontiert.  Patrick Rempel musste mit Schwarz an Brett 3 gegen Andreas Zeidler in der Königsindischen Verteidigung mit einer passiven Stellung ohne druckvolles Gegenspiel vorlieb nehmen. Auch an Brett 1 waren die Aussichten für die Ilmenauer Schachfreunde nicht eindeutig, da sich Sebastian Zehnter und Frank Gerhardt in der Spanischen Partie in einer unklaren Stellung ein schachliches Duell auf hohem Niveau lieferten. Was also tun bei einer drohenden Heimniederlage? Im Zweifel einfach weiterspielen, denn schließlich entscheidet stets der letzte Fehler die Partie. Diesen beging wenig später Peter Kastner, der völlig überraschend für alle Beteiligten nach einem aktiven Springerzug für seine Dame kein Rückzugsfeld mehr fand und folglich aufgeben musste. Auch an Brett 3 kehrte sich wenig später überraschenderweise die Stellungsbewertung zugunsten der Ilmenauer um, da Andreas Zeidler glaubte, durch eine taktische Kombination einen Bauern erobern zu können. Doch Patrick Rempel wies nach, dass seinem Kontrahenten jedoch ein Fehler in der Variantenberechnung unterlaufen war und diese Abwicklung eine ganze Leichtfigur und somit die Partie kostete. Angespornt von diesen beiden Erfolgen gelang es Sebastian Zehnter seinen Stellungsvorteil gegen Frank Gerhardt nach und nach auszubauen und durch eine routinierte Technik im Leichtfigurenendspiel zu einem vollen Punkt zu verwerten (siehe Beispielpartie). Auch Kristoffer Falk konnte durch eine starke Verteidigungsleistung einen weiteren halben Punkt zum Zwischenstand von 4-3 für die Ilmenauer Schachfreunde beisteuern.  Die Überraschung an diesem Spieltag machte Steffen Ortlepp perfekt, der sich durch eine starke Leistung hartnäckig in die Partie zurückkämpfte und durch mehrere kleine Ungenauigkeiten von Daniel Ahmed im resultierenden Turmendspiel das Remis sichern und damit einen 4,5-3,5 Überraschungssieg gegen Liebschwitz unter Dach und Fach bringen konnte. Durch diesen Heimsieg befindet sich die erste Mannschaft der Ilmenauer in der angenehmen Situation, lediglich eines der beiden verbleibenden Punktspiele gegen Gotha und Breitenworbis für sich entscheiden zu müssen, um sich definitiv aller Abstiegssorgen zu entledigen.    

Stellung nach dem 26. Zug von Weiß.
Durch welche Fortsetzung kann Schwarz den Druck auf die weiße Stellung entscheidend erhöhen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.