Nachsitzen am Schachbrett

Eigentlich wäre die Schachsaison in der Thüringenliga längst beendet. Coronabedingt muss aber die 5. Und 6. Runde nachgespielt werden. Die rutschen jetzt in die heiße Jahreszeit. Das wollte man eigentlich vermeiden, da Hitze am Schachbrett von innen kommen soll. Ilmenau musste bei Schott Jena antreten, die allerdings erfreulicherweise einen klimatisierten Raum zur Verfügung haben. Ein Luxus heutzutage! Ein weiterer Nachteil der Verschiebung zeigte sich allerdings bei Ilmenau. Einige Spieler hatten den Termin schon langfristig verplant. So mussten zwei Ersatzspieler eingesetzt werden.

Frank Richter musste nach zwei Stunden gegen Julian Bönisch die Waffen strecken. Er hatte einen Einschlag übersehen, der ihn sofort in eine aussichtslose Situation brachte. Auch der erstmals eingesetzte Erik Heitmann, der kürzlich an der Deutschen Meisterschaft U10 teilgenommen hat, musste der größeren Spielstärke von Bernd Flexig Tribut zollen. Eriks Zeit kommt aber noch, wenn er weiter so zielstrebig entwickelt.

Ainur Ziganshin hatte mit Klaus Vieweg erstmals einen namhaften Gegner. Mit schönem Kombinationsspiel löste er aber auch diese Aufgabe und brachte den Anschluss zum 1 : 2. Solide spielte Stefan Schenk gegen Richard Brömel und erreichte ein ungefährdetes Remis. Nachdem der 2. Liganeuling, Irish Dudeja, gegen Wilfried Bunke verloren hatte, wurde es für Ilmenau bereits eng.

Großen Einsatz zeigte Sebastian Zehnter. Er war bereits am Vortag aus Augsburg angereist-sieben Stunden mit dem 9€ – Ticket. Eine Einsatzbereitschaft, die man sich auch von anderen Spielern gewünscht hätte! Er konnte am Spitzenbrett gegen Maximilian Kolsch nachweisen, dass er in der Liga zu den besten Spielern gehört. Er ließ Kölsch keine Chance. Das ist sehenswert (siehe unsere Partie).

Anmerkung: Zug anklicken und es öffnet sich ein Partiefenster, in dem die Partie nachgespielt werden kann!

Klaus Leuner war gegen Peter Babrikowski unter Druck geraten und hatte viel Zeit verbraucht. Die Zeitkontrolle wurde in letzter Sekunde geschafft und die Stellung ausgeglichen. Beide einigten sich auf Remis, da Steffen Ortlepp auf Gewinn stand und ein mögliches 4 : 4 beiden Mannschaften genutzt hätte. Steffen hatte zwei Bauern gegen Michael Dreyer mehr, das allerdings bei ungleichfarbigen Läufern. Als sich ein Gewinnweg abzeichnete opferte Dreyer noch einen Bauern. Das wäre allerdings schief gegangen, wären die Spieler noch frisch gewesen. Es waren immerhin schon über fünf Stunden gespielt. Steffen fand die mögliche Riposte nicht.

Dann war nichts mehr zu machen. Ilmenau verlor unglücklich mit 3,5 : 4,5 Punkten. Bei voller Besetzung wäre mehr drin gewesen. Jetzt hängt alles von der Letzten Runde ab, in der die Ilmenauer mit dem Erfurter SK 2 einen schier übermächtigen Gegner haben.

kleu

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